Sonntag, 20. April 2008

Wie kann man Bahnfahren verbessern?

Nachdem ich in letzter Zeit Bahn-Vielfahrer geworden bin, weil ich oft zwischen Salzburg und Wien pendle, habe ich schon einiges erlebt und viele Passagiere beobachtet. Resultat des Ganzen ist, dass eigentlich keiner so richtig gerne Zug fährt, weil es irgendwie doch ungemütlich ist.
Wenn man die Lautsprecher durchsagen der Zugführer hört, bekommt man auch nicht unbedingt das nötige Vertrauen in ein Verkehrsmittel, das man nicht mehr beeinflussen kann, sitzt man einmal darin. Da sollte man sich wenigstens nicht mit den anderen Zugfahrern prügeln müssen um ein bisschen Ruhe zu bekommen um zu Schlafen, oder zu Arbeiten. Keine Frage, eine Unterhaltung auf der Reise kann ungeheuer spannend und Zeit vertreibend sein, was ich auch nicht verachte. Und dann sind da noch die Handy Gespräche, die einem über die Langeweile helfen können - obwohl sie immer wieder unterbrochen werden, nachdem das Handy-Netz inkonsistent ist.

Drei Passagier Typen
Der Langen Rede kurzer Sinn ist, dass es je nach Laune, Menschentyp und Verfassung verschiedene Bedürfnisse auf einer Zugfahrt gibt. Ich postuliere hiermit die folgenden Typen:
  • der schlafende Passagier
    Er braucht vor Ruhe und am liebsten einen geschlossenen Vorhang und am Abend, ja kein Licht im Abteil. Außerdem einen Platz, am Rand, sodass keiner stört, nur weil er schon wieder auf die Toilette muss. Angenehme Musik aus Kopfhörern lassen einen unter Umständen leichter schlummern (vor allem wenn der Nachbar schnarcht)
  • der arbeitende Passagier
    Auch er bruacht vermutlich Ruhe, aber dafür Licht zum Arbeiten, einen Stromanschluss, eine Ablagefläche für Laptop und/oder Schreibzeug, Bücher, etc. Was auch bei der Arbeit hilft sind Kaffee und genügend Wasser/Limo/Saft, etc.
    Das ein oder andere Telefonat ist wahrscheinlich auch nicht zu vermeiden. Wer nur lesen möchte im Zug ist auch hier zu hause.
  • der gesellige Passagier
    Der gesellige Passagier tritt entweder in einer Gruppe auf oder spricht gerne andere Fahrgäste an um Kontakte zu knüpfen und sich im Endeffekt die Zeit zu vertreiben. Seine Bedürfnisse sind eher gering, dennoch stört er mit seinem Verhalten Typ eins und zwei. Das heißt, er braucht keinen neben sich der ihm ständig den Mund verbietet. Nicht schlecht wäre eine Fläche zum schreiben, Brettspiele, etc.
Wir kommen also auf drei Typen, die sich eigentlich nicht vertragen. Betrachtet man so eine Zuggarnitur einmal genau, wird man drauf kommen, dass die Infrastruktur schon fast gegeben ist. Einziges Manko ist die Gleichberechtigung dieser drei Typen, da Platz- und Luftqualität von Modell zu Modell schwanken.

Vorhandene Infrastruktur
Da gibt es (zu mindest in Österreich) wenigstens zwei Arten von Großraumwaggons. Eine mit "Arbeitsplätzen" (jene, wo man einen ordentlichen Klapptisch pro Sitzplatz hat - leider meist nur eine Steckdose) und eine mit "Gesellschaftsplätzen" (das sind diese, wo wir auf den vermehrten vierer Plätzen halb kreisförmige Tische vor den Fenstern finden - zum Aufstellen eines Laptops komplett ungeeignet).
Bei den Abteilwaggons verhält es sich ähnlich. Die einen fordern förmlich zum Füßeln auf, weil so wenig Raum für Füße und Gepäck ist und bei den anderen sind nur 5 Plätze pro Abteil und dazu die Sitzt so versetzt, dass man den Gegenüber nicht berühren muss. Die einen haben gar keinen Steckdosen (fährt zum Beispiel auf der Strecke Salzburg - Graz [4 Stunden 20 Fahrzeit - jeder Laptopakku geht da in die Knie]) und die andern zwei - bei den Fensterplätzen, wo vor allem Eltern ihre Kinder sitzend haben wollen.
Wer schon mal des Nächtens nach Innsbruck, oder Vorarlberg gefahren ist, hat gemerkt es gibt sehr wohl Großraumliege-Sitz-Wägen. Dort sind Sitze, die man so umlegen kann, dass man eine Liegefläche bekommt, ohne dem Hintermann den Platz weg zu nehmen. Die Sitze drehen quasi am Stand und sind sichelförmig gestaltet. Das Licht in diesen Waggons ist gedimmt und jeder Platz für sich hat zusätzlich für die Leser eine Leselampe.
Den Speisewagen werde ich nicht mit hinein nehmen, der ist ein eigenes Kapitel, dazu gibts vielleicht in ein paar Tagen ein Posting.

Ein Lösungsansatz
Will man nun unsere drei Typen zu frieden stellen muss man diese natürlich trennen und ihnen im nächsten Schritt ihre benötigte Infrastruktur bieten. Mein Vorschlag ist, dass die Garnituren so zusammen gestellt werden, dass auf jeder Strecke, wenn möglich, eine Garnitur für alle drei Typen unterwegs ist. Je nach Passagierzahlen und Tageszeitpunkt mehr oder weniger Waggons der Verschiedenen typbezogenen Arten.
Zum Beispiel würde auf der Strecke Wien - Salzburg am Nachmittag ein Zug mit
  1. Einem "schlaf-sitzt" Wagen
  2. einem Speisewagen
  3. drei Waggons Großraum - Arbeitplätze
  4. zwei Waggons Großraum - Gesellschaftsplätzte
  5. und einem Waggon Sechser-Abteile
fahren.
Dazu müsste man nur mehr Schilder anbringen, die den Typen zeigen, welchen Sie denn wählen sollten. Wenn sich nun einer verirrt, stört er die anderen bestimmt und kann auf das Schild aufmerksam gemacht werden, was ihm die Chance auf eine Ausrede nimmt. Natürlich muss die Verteilung der Typen genauer analysiert werden, damit es nicht zu Engpässen in den einen Waggons und zu Überfluss an Plätzen in den Anderen kommt.
Das Zugfahren wäre durch geringen Kostenaufwand komfortabler, ohne wirklich mehr bieten zu müssen.

Weitere Verbesserungen
Um dem Boardservice nicht nachzulaufen, oder gar suchen zu müssen wäre es zum Beispiel hilfreich, wenn man wie im Flugzeug einen Schalter hat, mit dem man dem Personal anzeigen kann, dass man gerne etwas konsumieren möchte. Das würde womöglich sogar, gesetzt dem Fall, dass der Service auch in adäquater Zeit erscheint, die Verkaufzahlen er Produkte erhöhen - auch wenn 2,40 € (Stand April 2008) für ein stilles Mineralwasser diskutierbar wären.

Eine Umstrukturierung der Sitzplätze, sodass man unabhängig des Nachbars aufstehen kann, wäre womöglich auch an denkbar. Leider würde sich das wohl negativ auf die Kapazitäten aus wirken, aber vielleicht auch nicht.

Wäre die Welt so einfach, ... Probleme
Das wohl größte Problem an der Sache ist, dass es ja Reservierungen gibt. Wenn jemand einen Platz im falschen Bereich bucht, oder während er Reise seinen Typ ändern möchte, so ist das nur dann möglich, wenn die Kapazität nicht voll ausgelastet ist.
Ein weiterer Punkt ist die Disziplin der Fahrgäste. Jemanden wirklich zu zwingen ist meiner Meinung nach inakzeptabel.
Weitere Probleme werden von mir hier bestimmt noch aufgeführt, oder können per Kommentar abgegeben werden.

Resümee
Die Moral von der Geschichte in meinen Augen ist: Ich bin bestimmt nicht der erste, der auf so einen Ansatz gekommen ist. Es wurde nur leider vom Bahnbetrieb einfach noch nicht bemerkt, dass Zugreisen im Endeffekt für jeden beschwerlich und unangenehm sind. Dies zu verändern bedarf oft nur kleiner Änderungen - z.B. bessere Informationen bei Verspätung, ungeplanten Stopps, etc., die

Ein Erlebnis in diesem Zusammenhang muss ich hier fast schildern:
Als damals das Sturmtief Emma durch Österreich fegte, machte ich mich auf den Weg von Salzburg nach Wien. Ursprünglich wollte ich den zug um 11 Uhr nehmen, welche aber schon 50 Minuten Verspätung hatte. Also setzte ich mich in den Zug der auf einem andern Bahnsteig um 11:14 tatsächlich eintraf. Drinnen angekommen hieß es, dass der Zug auf unbestimmte Zeit verzögert erst abfahren würde.
Nach langem Warten beschloss ich mich am Bahnhof zu informieren und bekam mit, dass ein Schinenersatzverkehr mittels Bussen organisiert würde. Im Zug war davon keine Rede.
Daraufhin stellte ich mich auf den Bahnsteig und setzte mich nicht mehr in den Waggon. Einige Zeit später wurde am Bahnsteig durchgesagt, dass der Ersatzbus da wäre und man am Bahnhofsvorplatz einsteigen könne. Als ich mein Gepäck aus dem Abteil holte schauten mich die Leute verwundert an und fragten ob ich jetzt aufgegeben hätte.
Im Zug hat niemand etwas davon gewusst.

Samstag, 19. April 2008

Willkommen bei meinem Blog

Hallo alle zusammen,

so schaut also mein neuer toller Blog aus. Eigentlich wollte ich mir ja einen selber schreiben und auf meiner Website http://www.himmelfahrt.at integrieren, aber dafür hatte ich so kurzfristig keine Zeit und genug anderes zu programmieren.
Und nachdem so viele Leute Blogs haben und nie was posten, hab ich mir natürlich vorgenommen ganz regelmäßig zu posten. Mal sehen wie das klappen wird.

Was ich mir vorstelle, was hier später stehen wird ... ?
tja das werden einerseits Erlebnisse sein, andererseits aber bestimmt vieles, was mir einfach so gerade eingefallen ist. Bin gespannt was überwiegen wird.

Also recht liebe Grüße an alle!
euer Helle

p.s.: wer in diesem Blog Rechtschreibfehler findet, darf diese natürlich behalten. Ich schätze, ich werde mich auch nicht immer an die Groß- und Kleinschreibung halten, weil das ab und zu zu mühsam ist, wenn man sonst viel Englisch schreibt und daher gewohnt ist vieles einfach klein zu schreiben.